Hinzugefügt: 21 August 2023
API vs. EDI
Warum Unternehmen nur ERP-Systeme mit offenen RESTful APIs kaufen sollten
ERP-Systeme sind das Herzstück eines jeden Fertigungs- oder Lieferkettenunternehmens. Oft sind sie mit einer Reihe interner und externer Systeme integriert. Die Integration von Systemen ist eine wichtige Voraussetzung für die Automatisierung von Geschäftsprozessen. Sie bietet dem Unternehmen, das sie einführt, Wettbewerbsvorteile, sowohl in Bezug auf Kosteneinsparungen durch weniger manuelle Arbeit und eine geringere Anzahl von Fehlern als auch in Bezug auf eine bessere Nutzererfahrung für Mitarbeiter:innen und Kund:innen gleichermaßen. Dies bedeutet, dass es sinnvoll ist, erhebliche Anstrengungen in die Integration Ihres ERP-Systems mit anderen Systemen zu investieren - unabhängig davon, ob Sie ein kleines Familienunternehmen oder ein Weltkonzern sind.
EDI: komplex und veraltet
In der Vergangenheit war die Integration von ERP-Systemen eine teure und mühsame Aufgabe. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der elektronische Datenaustausch (EDI) in Unternehmen weltweit durchgesetzt. Er hat dazu beigetragen, manuelle Papierprozesse zu eliminieren und die Effizienz der Lieferketten durch eine stärkere Automatisierung erheblich zu verbessern. Ein Nachteil von EDI und den verwendeten Protokollen und Formaten ist jedoch, dass es in einer Ära von Batch-Geschäftsprozessen entwickelt wurde, die für die B2B-Kommunikation in Echtzeit, die moderne Unternehmen zunehmend benötigen, weniger geeignet sind. Obwohl neuere B2B-Standards Verbesserungen bieten können, konzentrieren sich die zwischen zwei Systemen ausgetauschten Informationen immer noch auf "Meilensteine" der Lieferkette für Kerngeschäftsprozesse. EDI ist nicht für komplexere Echtzeit-Ereignisse ausgelegt. Und schließlich ermöglicht EDI als asynchrones Punkt-zu-Punkt-Protokoll für den Dokumentenaustausch, das in der Regel dateibasiert ist, den Unternehmen zwar einen regelmäßigen Datenaustausch, nicht aber die Durchführung neuer, kontinuierlicher digitaler Geschäftsprozesse. Es überrascht nicht, dass EDI als komplex und altmodisch empfunden wird, wobei die Dokumentation nur für wenige Auserwählte zur Verfügung steht und nur von wenigen Fachleuten genutzt werden kann oder die gesamte Fähigkeit als Dienstleistung von Anbietern zu erheblichen Kosten erworben wird.
REST-API: leicht zu handhaben, robust und skalierbar
Hier kommt die offene und RESTful API ins Spiel. REST hat sich in den letzten Jahren zum de-facto-Standard für die API-basierte Systemintegration entwickelt. Sie ermöglicht es, Anwendungen direkt zu verbinden, anstatt einen Dateiübertragungsserver als Vermittler zu verwenden. Die Verwendung von APIs zur direkten Verbindung mit einem Transaktionssystem, wie z.B. einem ERP-System, vereinfacht den Datenübertragungsweg, da der zwischengeschaltete Dateiübertragungsserver und die damit verbundenen Prozesse entfallen. API-gesteuerte Transaktionen erfordern weniger Ressourcen für die Verwaltung des Datenaustauschs, können durch Verschlüsselungs- und Authentifizierungsmechanismen gesichert werden und werden nahezu in Echtzeit ausgeführt. Restful-APIs bieten außerdem eine unübertroffene Skalierbarkeit, da sie zustandslos sind und problemlos in mehrere parallel laufende Dienste dupliziert werden können. Das gleiche Attribut macht REST-APIs robust, da es möglich ist, einen ununterbrochenen Dienst zu betreiben, selbst wenn eine der Instanzen ausfällt oder wegen Wartungsarbeiten vorübergehend abgeschaltet wird. Der vielleicht wichtigste Vorteil ist jedoch die geringere Komplexität bei der Implementierung und die Verfügbarkeit von Fachwissen. RESTful APIs bieten Interoperabilität mit den meisten modernen IT-Systemen, und dank ihrer offenen Spezifikationen weiß fast jeder Software-Ingenieur, wie sie zu verwenden sind. Dies wiederum ermöglicht eine schnellere Markteinführung, geringere Implementierungs- und Wartungskosten und ein geringeres Risiko für die Geschäftskontinuität der Unternehmen, die sie einsetzen.
Der iPaaS-Vorteil
Ein wesentlicher Vorteil der Wahl eines ERP-Systems, das offene und RESTful-APIs unterstützt, besteht schließlich darin, dass das System mit sofort verfügbaren Integrationspunkten verbunden werden kann. Beispiele für solche Angebote sind Integrationsplattformen as-a-Service (iPaaS) und vorgefertigte Konnektoren von Systemen, die üblicherweise von größeren Softwareanbietern zur Verfügung gestellt werden, auch wenn letztere in der Regel auf ein bestimmtes Paar von Systemen beschränkt sind. Solche Lösungen werden in zunehmendem Maße zur Verfügung gestellt und ermöglichen das echte Ziel der Integration: Integrationen ohne Code und ohne Wartung.
